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Pelle der Eroberer

Von Martin Andersen Nexø 
Für die Bühne bearbeitet von Nina Steinhilber 
 

Stückdauer: ca. 2 Stunden, 40 Minuten , eine Pause
Premierendatum: 27.04.2019

Ein mit Tränen gemischtes Lied an das Leben.

Mit dem ersten Band eines monumentalen Werkes von Martin Andersen Nexø bringt Schauspieldirektor Martin Nimz erneut ein großes Ensemblestück auf die Bühne:

PELLE DER EROBERER ist ein berührendes Drama um Anpassung und Rebellion, Träume und Erschütterungen, Verlust und Hoffnung, Liebe und Freundschaft, Abschied und Neuanfang – Väter und Söhne. Auf der Suche nach einer besseren Zukunft kommen die Schweden Pelle und Lasse Karlsson mit dem Schiff nach Dänemark, wo sie Arbeit auf dem Steinhof der Kongstrups finden. Während sein Vater sich mit der bestehenden Ordnung und den damit einhergehenden Demütigungen arrangiert und all seine Hoffnungen auf die fragile Chance einer neuen Liebe setzt, regt sich in Pelle zunehmend Widerstand – und eine nicht gekannte Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung. Er freundet sich mit dem rebellischen Arbeiter Erik an, der davon träumt nach Amerika zu gehen und dort als freier Mann zu leben. Als Erik offen gegen den Verwalter des Steinhofs aufbegehrt droht die Situation zu eskalieren ...

Der Däne Martin Andersen Nexø (Ditte Menschenkind) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter einer neuen Arbeiterliteratur des frühen 20. Jahrhunderts, Pelle der Eroberer als sein bekanntestes und meistübersetztes Werk. Er entwirft darin das Bild einer Welt im Umbruch aus der Perspektive der kleinen Leute, der Knechte, Fischer und Arbeiter. Ausgestattet mit dem unerschütterlichen Glauben an die Veränderbarkeit der Gesellschaft geht sein Romanheld Pelle allen Widrigkeiten zum Trotz unbeirrbar seinen Weg – vom Land in die Stadt, vom Hütejungen zum Arbeiterführer.

Seit 1920 Mitglied von Dänemarks Kommunistischer Partei, wurde Nexø 1941 während der deutschen Besatzung verhaftet, konnte aber über Schweden in die Sowjetunion fliehen. 1951 siedelte er in die DDR über, wo er 1954 in Dresden starb. Der erste Band seines Romanepos’ PELLE DER EROBERER wurde 1987 von Bille August mit Max von Sydow in der Rolle des Lasse Karlsson verfilmt und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Inszenierung Martin Nimz
Ausstattung Bernd Schneider
Dramaturgie Nina Steinhilber
Mit:
Lasse Karlsson Frank Wiegard
Pelle, sein Sohn Hannah Ehrlichmann
Frau Kongstrup Katrin Heinrich
Herr Kongstrup Sebastian Reck
 
Madame Olsen Antje Trautmann
Rud, Johannes Sohn Valentino Dalle Mura
Niels, ein junger Fischer Markus Paul
Sine, Nichte der Kongstrups Theresia Crone / Lydia Lehmann

„ Hannah Ehrlichmann als Pelle. Ein ernster, stiller, fragender Junge, das Gesicht ein Spiegel seiner Seele. Wie wenig Ehrlichmann braucht, um Freude, Trauer, Enttäuschung zu zeichnen! Ein ernsthafter Blick hier, ein leichtes In-sich-Zusammensacken da, schon steht da ein Kind, das einen zutiefst berührt. Gerade im Zusammenspiel mit Frank Wiegards Lasse. Wiegard ist vom Typ her viel zu viril für den alten Vater. Bemerkenswert, wie man dennoch einen abgewirtschafteten Mann sieht, der sich in der aufkeimenden Liebe zur (vermeintlichen) Witwe Olsen (die herrlich erdige Antje Trautmann) verjüngt, um am Ende wie ein Greis zu wirken. ... Nimz und Steinhilber nutzen den Mikrokosmos Schiff auch, um von der Wiederkehr des Gleichen zu erzählen, vom Leid, das sich vermehrt, von den Teufelskreisen, die sich so schwer durchbrechen lassen. Erik, der Knecht, der sich mit Pelle befreundet und hier zur dritten Hauptfigur gemacht wird, versucht es – und verliert im Moment seines Widerstands durch einen Unfall den Verstand. Das schmerzt besonders, weil Flavius Hölzemann ein so lässiger wie energiestrahlender Rebell ist ... [D]ieser Abend, an dem irgendwann das Meer zu rauschen, ein Tier zu schreien, der Dung zu stinken beginnt – [berührt einen] aus der Kraft des Spiels heraus. Er nimmt einen mit auf eine dunkel grundierte Reise, die nur endet, wenn man die Kraft findet, das Schiff zu verlassen. “

„ Regisseur Martin Nimz und Nina Steinhilber als Dramaturgin und Dramatikerin, die den ersten Teil von Martin Andersen Nexøs Roman „Pelle der Eroberer“ für die Bühne eingerichtet haben, schenken uns einen sinnlichen, atemlosen, bilder- und assoziationsreichen Theaterabend, der bei der Premiere am Sonnabend zu Recht gefeiert wurde … Das durchweg starke zwölfköpfige Schauspielensemble erzählt parallel zur Vater-Sohn-Ebene historisch und psychologisch genau in kurzen, oft deftigen und gnadenlosen Szenen ganze Schicksale. Im Mittelpunkt natürlich Pelle, den Hannah Ehrlichmann so ungekünstelt wahrhaftig spielt, dass man ihr in jeder Minute den verletzlichen, verträumten, wütenden und nach und nach rebellierenden Jungen glaubt. Immer an Pelles Seite Frank Wiegard, als liebevoller, auch hoffnungsvoll liebender und vom Alter und endlosen Demütigungen gebeugter Vater, von Kopf bis Fuß ein „gestrandeter Köter“ … Man müsste all jene in diese große, zu Herzen gehende Inszenierung einladen, die leugnen, dass die Geschichte der Menschheit immer auch eine Geschichte von Flucht und Vertreibung war und die vor lauter verlogenen Alternativen jegliches Gefühl für Anstand verloren haben. “

29.04.2019, Holger Kankel

Pelle der Eroberer

Von Martin Andersen Nexø 
Für die Bühne bearbeitet von Nina Steinhilber 
 

Inszenierung Martin Nimz
Ausstattung Bernd Schneider
Dramaturgie Nina Steinhilber
Mit:
Lasse Karlsson Frank Wiegard
Pelle, sein Sohn Hannah Ehrlichmann
Frau Kongstrup Katrin Heinrich
Herr Kongstrup Sebastian Reck
 
Madame Olsen Antje Trautmann
Rud, Johannes Sohn Valentino Dalle Mura
Niels, ein junger Fischer Markus Paul
Sine, Nichte der Kongstrups Theresia Crone / Lydia Lehmann

Ein mit Tränen gemischtes Lied an das Leben.

Mit dem ersten Band eines monumentalen Werkes von Martin Andersen Nexø bringt Schauspieldirektor Martin Nimz erneut ein großes Ensemblestück auf die Bühne:

PELLE DER EROBERER ist ein berührendes Drama um Anpassung und Rebellion, Träume und Erschütterungen, Verlust und Hoffnung, Liebe und Freundschaft, Abschied und Neuanfang – Väter und Söhne. Auf der Suche nach einer besseren Zukunft kommen die Schweden Pelle und Lasse Karlsson mit dem Schiff nach Dänemark, wo sie Arbeit auf dem Steinhof der Kongstrups finden. Während sein Vater sich mit der bestehenden Ordnung und den damit einhergehenden Demütigungen arrangiert und all seine Hoffnungen auf die fragile Chance einer neuen Liebe setzt, regt sich in Pelle zunehmend Widerstand – und eine nicht gekannte Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung. Er freundet sich mit dem rebellischen Arbeiter Erik an, der davon träumt nach Amerika zu gehen und dort als freier Mann zu leben. Als Erik offen gegen den Verwalter des Steinhofs aufbegehrt droht die Situation zu eskalieren ...

Der Däne Martin Andersen Nexø (Ditte Menschenkind) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter einer neuen Arbeiterliteratur des frühen 20. Jahrhunderts, Pelle der Eroberer als sein bekanntestes und meistübersetztes Werk. Er entwirft darin das Bild einer Welt im Umbruch aus der Perspektive der kleinen Leute, der Knechte, Fischer und Arbeiter. Ausgestattet mit dem unerschütterlichen Glauben an die Veränderbarkeit der Gesellschaft geht sein Romanheld Pelle allen Widrigkeiten zum Trotz unbeirrbar seinen Weg – vom Land in die Stadt, vom Hütejungen zum Arbeiterführer.

Seit 1920 Mitglied von Dänemarks Kommunistischer Partei, wurde Nexø 1941 während der deutschen Besatzung verhaftet, konnte aber über Schweden in die Sowjetunion fliehen. 1951 siedelte er in die DDR über, wo er 1954 in Dresden starb. Der erste Band seines Romanepos’ PELLE DER EROBERER wurde 1987 von Bille August mit Max von Sydow in der Rolle des Lasse Karlsson verfilmt und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Stückdauer: ca. 2 Stunden, 40 Minuten , eine Pause
Premierendatum: 27.04.2019

Auszüge aus Pressestimmen

Hannah Ehrlichmann als Pelle. Ein ernster, stiller, fragender Junge, das Gesicht ein Spiegel seiner Seele. Wie wenig Ehrlichmann braucht, um Freude, Trauer, Enttäuschung zu zeichnen! Ein ernsthafter Blick hier, ein leichtes In-sich-Zusammensacken da, schon steht da ein Kind, das einen zutiefst berührt. Gerade im Zusammenspiel mit Frank Wiegards Lasse. Wiegard ist vom Typ her viel zu viril für den alten Vater. Bemerkenswert, wie man dennoch einen abgewirtschafteten Mann sieht, der sich in der aufkeimenden Liebe zur (vermeintlichen) Witwe Olsen (die herrlich erdige Antje Trautmann) verjüngt, um am Ende wie ein Greis zu wirken. ... Nimz und Steinhilber nutzen den Mikrokosmos Schiff auch, um von der Wiederkehr des Gleichen zu erzählen, vom Leid, das sich vermehrt, von den Teufelskreisen, die sich so schwer durchbrechen lassen. Erik, der Knecht, der sich mit Pelle befreundet und hier zur dritten Hauptfigur gemacht wird, versucht es – und verliert im Moment seines Widerstands durch einen Unfall den Verstand. Das schmerzt besonders, weil Flavius Hölzemann ein so lässiger wie energiestrahlender Rebell ist ... [D]ieser Abend, an dem irgendwann das Meer zu rauschen, ein Tier zu schreien, der Dung zu stinken beginnt – [berührt einen] aus der Kraft des Spiels heraus. Er nimmt einen mit auf eine dunkel grundierte Reise, die nur endet, wenn man die Kraft findet, das Schiff zu verlassen.

Regisseur Martin Nimz und Nina Steinhilber als Dramaturgin und Dramatikerin, die den ersten Teil von Martin Andersen Nexøs Roman „Pelle der Eroberer“ für die Bühne eingerichtet haben, schenken uns einen sinnlichen, atemlosen, bilder- und assoziationsreichen Theaterabend, der bei der Premiere am Sonnabend zu Recht gefeiert wurde … Das durchweg starke zwölfköpfige Schauspielensemble erzählt parallel zur Vater-Sohn-Ebene historisch und psychologisch genau in kurzen, oft deftigen und gnadenlosen Szenen ganze Schicksale. Im Mittelpunkt natürlich Pelle, den Hannah Ehrlichmann so ungekünstelt wahrhaftig spielt, dass man ihr in jeder Minute den verletzlichen, verträumten, wütenden und nach und nach rebellierenden Jungen glaubt. Immer an Pelles Seite Frank Wiegard, als liebevoller, auch hoffnungsvoll liebender und vom Alter und endlosen Demütigungen gebeugter Vater, von Kopf bis Fuß ein „gestrandeter Köter“ … Man müsste all jene in diese große, zu Herzen gehende Inszenierung einladen, die leugnen, dass die Geschichte der Menschheit immer auch eine Geschichte von Flucht und Vertreibung war und die vor lauter verlogenen Alternativen jegliches Gefühl für Anstand verloren haben.

Schweriner Volkszeitung, 29.04.2019, Holger Kankel

Termine / Tickets

  • Okt Mi
    16
    19.30 Uhr
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  • Mi
    30
    19.30 Uhr
    E-Werk

  • 27.04.2019
    19.30 Uhr
    E-Werk
  • 28.04.2019
    18.00 Uhr
    E-Werk
  • 09.05.2019
    19.30 Uhr
    E-Werk
  • 17.05.2019
    19.30 Uhr
    E-Werk