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Details zu Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande - von Heiner Müller

Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande

„Junkerland in Bauernhand“ lautet die Devise in einem mecklenburgischen Dorf nach dem Krieg. Im Zuge der Bodenreform werden die Großgrundbesitzer enteignet und das Land wird an Landarbeiter, Kleinbauern und Umsiedler verteilt. Fünf Hektar für jeden; zu wenig um davon zu leben. So steht schon bald die Kollektivierung in LPGs vor der Tür. Auf Grundlage einer Erzählung von Anna Seghers zeigt Heiner Müller mit viel Witz die Widersprüche der jüngeren ostdeutschen Geschichte auf – zwischen Idealismus und Opportunismus, Fortschritt und Mangelwirtschaft, Idee und Wirklichkeit.

Seine Sicht auf das Landleben im Sozialismus brachte Müller im Jahr des Mauerbaus 1961 den Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR ein: Das Stück wurde nach einer ersten Testaufführung mit Studierenden der Hochschule für Ökonomie Karlshorst in Berlin  als „staatsfeindlich“ verboten und sorgte für einen der größten Theaterskandale der DDR. Erst 1976 konnte DIE UMSIEDLERIN ODER DAS LEBEN AUF DEM LANDE unter dem geänderten Titel DIE BAUERN an der Volksbühne in Berlin ein zweites Mal „uraufgeführt“ werden.

„DIE UMSIEDLERIN ist mein liebstes Stück“ erklärt Heiner Müller in seiner Autobiografie und, beruhend auf eignen Beobachtungen des mecklenburgischen Landlebens nach dem zweiten Weltkrieg, ist es auch eins seiner persönlichsten Werke.

Milan Peschel, der bekannte Theater- und Filmschauspieler, der seit 2006 auch als Regisseur von sich reden macht, inszeniert erstmals in Schwerin. 

Am 22. Februar findet vor der Vorstellung DIE UMSIEDLERIN um 17.30 Uhr die Veranstaltung ZWEI HÄNDE SIND ZU WENIG statt. Soziologe Andreas Willisch vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung befragt  im Kontext des Stücks von Heiner Müller und der Inszenierung von Milan Peschel aktuelle Transformationsprozesse im ländlichen Raum.
Der Eintritt ist kostenlos.

Stückdauer: 2 Stunden, 30 Minuten , eine Pause